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Suizidalität.

Auf dieser Seite geht es um Suizidgedanken und um den Verlust von Menschen durch Suizid. Wenn dir das gerade zu viel ist: Du musst hier nicht weiterlesen. Die Nummern oben in der Zeile gelten auch dann.

Wenn es dir gerade sehr schlecht geht

Telefonseelsorge0800 111 0 111rund um die Uhr, kostenfrei, anonym; auch 0800 111 0 222 und 116 123
Chat und Mailtelefonseelsorge.dewenn Sprechen gerade nicht geht
krisenchatkrisenchat.deChatberatung für junge Menschen, rund um die Uhr
Ärztlicher Bereitschaftsdienst116 117in einer Krise, die nicht lebensbedrohlich ist
Notruf112wenn Gefahr für dein Leben besteht oder du nicht mehr sicher bist

Suizidgedanken sind kein Zeichen von Schwäche und kein Charakterfehler. Sie sind ein Zeichen dafür, dass etwas gerade unerträglich ist.

Warum diese Seite hier steht

Der 10. September ist der Welttag der Suizidprävention, ausgerufen 2003 von der International Association for Suicide Prevention gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation. Das Thema der Jahre 2024 bis 2026 lautet „Changing the Narrative on Suicide“: weg vom Schweigen, hin zum Gespräch. Die bundesweite Kampagne 2026 steht unter dem Satz „Deine Geschichte ist nicht zu Ende“.

In Deutschland sterben jährlich mehr als 10.000 Menschen durch Suizid — mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten und illegale Drogen zusammen. Von jedem Suizid und jedem Versuch sind mehr als zehn Menschen im Umfeld betroffen. Suizide sind vermeidbar. Deshalb steht diese Seite nicht nur an einem Tag im September, sondern dauerhaft.

Wenn du selbst betroffen bist

Es gibt Zeiten, in denen alles zusammenkommt: eine Trennung, ein Verlust, Geldsorgen, das Gefühl, im Studium nicht mehr mitzukommen, Streit zu Hause, Einsamkeit mitten unter Leuten. Was dir dann widerfährt, kann sich unerträglich und unlösbar anfühlen, und in so einer Lage schleichen sich Suizidgedanken ein.

Die meisten Menschen mit solchen Gedanken wollen nicht ihr Leben beenden, sondern ihr Leiden. Das ist ein Unterschied, und er ist wichtig: Wenn sich die Umstände oder die Belastung ändern, ändern sich meist auch die Gedanken.

Krisen haben einen Verlauf. Das Gefühl, dass es nie wieder anders wird, gehört zur Krise dazu — es ist kein verlässlicher Blick in die Zukunft. Und fast alle, die eine solche Phase überstanden haben, sind später froh darüber.

Was jetzt hilft: mit einem Menschen sprechen, auch wenn es schwerfällt. Nicht allein bleiben. Alkohol und andere Substanzen weglassen, weil sie Impulse verstärken. Und dir Hilfe holen, bevor du das Gefühl hast, es „schlimm genug“ zu haben — das musst du nicht.

Ein Anruf bei der Telefonseelsorge verpflichtet dich zu nichts. Niemand kommt automatisch bei dir vorbei, du musst deinen Namen nicht sagen, und du darfst auch einfach nur erzählen, wie dein Tag war.

  • Sag einem Menschen, dass es dir schlecht geht. Um Hilfe zu bitten, ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Wer es ausspricht, muss es nicht mehr allein tragen.
  • Zieh dich nicht zurück. Ruf jemanden an, statt zu warten, bis sich jemand meldet. Auch eine kurze Nachricht zählt.
  • Nutz die anonyme Beratung, wenn es im Umfeld nicht geht. Telefonseelsorge rund um die Uhr, Chat und Mail, ohne Namen und ohne Anlass.
  • Lass Alkohol und andere Substanzen weg. Sie senken die Hemmschwelle und verstärken Impulse, auch wenn sie kurzfristig betäuben.
  • Bei akuter Gefahr: 112. Auch dann, wenn du dir selbst nicht mehr sicher bist. Das ist der richtige Anruf, nicht der übertriebene.

Wenn du dir um jemanden Sorgen machst

Frag direkt. Die Sorge, jemanden erst durch die Frage auf den Gedanken zu bringen, ist verbreitet — sie stimmt nicht. Nachfragen entlastet, weil es zeigt, dass jemand das Thema aushält.

Fragen lässt sich das schlicht: „Geht es dir so schlecht, dass du daran denkst, dir das Leben zu nehmen?“ Danach zuhören, ohne zu bewerten, ohne zu beschwichtigen und ohne sofort Lösungen anzubieten.

Nimm ernst, was du hörst, auch wenn es beiläufig gesagt wird. Bleib da. Biete an, gemeinsam Hilfe zu suchen, und begleite auf Wunsch zum Anruf, zur Beratungsstelle oder in die Ambulanz. Versprich keine Geheimhaltung, wenn jemand in Gefahr ist — sag stattdessen, was du tun wirst und warum.

Und: Du bist nicht dafür verantwortlich, jemanden zu retten. Hol dir selbst Unterstützung. Auch für Angehörige sind die Beratungsstellen da.

  • Sprich es nur an, wenn du dich selbst stabil genug fühlst. Ein halbes Gespräch, das du abbrichst, hilft niemandem. Es ist in Ordnung, jemand anderen zu bitten.
  • Nimm dir Zeit. So ein Gespräch kann lange dauern. Zwischen Tür und Angel ist der falsche Moment.
  • Such dir einen Ort, an dem euch niemand stört. Ruhig, ungestört, ohne Publikum. Ein Spaziergang tut es auch.
  • Sag, was dir aufgefallen ist. „Du wirkst seit Wochen anders. Willst du erzählen, was los ist?“ — Beobachtung statt Diagnose.
  • Frag dann konkret nach. „Denkst du daran, dir das Leben zu nehmen?“ Diese Frage darf man stellen. Sie bringt niemanden auf die Idee.

Sätze, die tragen

  • „Ich bin da.“
  • „Du bist mir wichtig.“
  • „Du musst da nicht allein durch.“
  • „Wenn du reden willst, kannst du auf mich zählen.“
  • „Erzähl mir, wie es dir wirklich geht.“
  • „Ich gehe mit dir hin, wenn du willst.“

Sätze, die zumachen

  • „Das wird schon wieder.“
  • „Du machst doch nichts Dummes, oder?“
  • „Denk mal an deine Familie.“
  • „Keine Sorge, ich sag niemandem was.“
  • „Andere haben es viel schwerer.“
  • „Stell dich nicht so an.“

Das Versprechen, nichts weiterzusagen, klingt loyal, bringt dich aber in eine Lage, in der du es brechen musst, sobald jemand in Gefahr ist. Sag lieber ehrlich, was du tun würdest und wann.

Achte auch auf dich

Jemanden durch eine Krise zu begleiten, ist anstrengend. Du musst die Probleme der anderen Person nicht lösen können, und du kannst es meistens auch nicht. Ein Gespräch verändert die Situation nicht sofort — es verändert nur, dass jemand damit nicht mehr allein ist. Das ist schon viel.

Manchmal wird angebotene Hilfe nicht angenommen, jedenfalls nicht sofort. Das ist keine Absage an dich. Und wenn dir die Gespräche zu nahe gehen, hol dir selbst jemanden — die Beratungsstellen sind ausdrücklich auch für Menschen im Umfeld da.

Wenn du jemanden verloren hast

Trauer nach einem Suizid ist oft schwerer zugänglich als andere Trauer: Schuldgefühle, Wut und die Frage nach dem Warum mischen sich hinein, und im Umfeld herrscht häufig Sprachlosigkeit. Es gibt Beratung und Gruppen speziell für Hinterbliebene, etwa über AGUS e.V.

Sprache

Wir sagen „Suizid“ und nicht „Selbstmord“ oder „Freitod“. Das eine unterstellt ein Verbrechen, das andere eine freie Entscheidung — beides trifft eine Krise nicht. Auch „erfolgloser Versuch“ ist unglücklich formuliert.

Wir beschreiben keine Methoden und keine Orte. Solche Schilderungen können gefährdete Menschen zusätzlich belasten; über Hilfsmöglichkeiten und bewältigte Krisen zu sprechen, wirkt umgekehrt schützend.

Und wir?

Die Awareness-Personen der Fachschaft sind keine Krisendienste. Aber wir hören zu, wir bleiben bei dir, und wir helfen dabei, die richtige Stelle zu finden und dort anzukommen. Du kannst uns ansprechen, auch wenn du dir nicht sicher bist, ob es „dafür reicht“.

In Bonn

Psychologische BeratungUniversität Bonnfür Studierende, kostenfrei
Psychologische BeratungsstelleStudierendenwerk Bonnauch H-BRS und Alanus Hochschule
LVR-Klinik BonnKaiser-Karl-Ring 20Notfallambulanz, rund um die Uhr
Sozialpsychiatrischer DienstStadt BonnBeratung, auch für Angehörige
Telefonseelsorge Bonn / Rhein-Siegregionalrund um die Uhr

Bundesweit

Telefonseelsorge0800 111 0 111und 0800 111 0 222, rund um die Uhr
krisenchatkrisenchat.deChat für junge Menschen, rund um die Uhr
U25u25-deutschland.deMailberatung von Gleichaltrigen
dubistmirwichtigdubistmirwichtig.defür junge Menschen mit Suizidgedanken
Nummer gegen Kummer116 111bis 25 Jahre
AGUS e.V.agus-selbsthilfe.defür Hinterbliebene nach Suizid

Zum Weiterlesen

Welttag der Suizidpräventionwelttag-suizidpraevention.deNationales Suizidpräventionsprogramm
Kampagne 2026kampagne.welttag-suizidpraevention.de»Deine Geschichte ist nicht zu Ende«

Diese Seite ersetzt keine Beratung, keine Diagnose und keine Behandlung. Bei akuter Gefahr wähl bitte 112.

Die Links stehen mit Adressen auf der Seite Weitere Anlaufstellen.

Die Abschnitte zum Gespräch sind angelehnt an die Broschüre „Müde vom Leben? Darüber reden hilft!“ der Südtiroler Suizidprävention. Die dort genannten Nummern gelten für Südtirol und wurden hier durch die deutschen Anlaufstellen ersetzt.